Montag, 14. Juli 2008
Stahlkugeln
Plötzlich waren sie da. So groß, daß ich drei gleichzeitig in der Hand halten konnte. Mein Vater war bei Junkers und dann im Krieg. Die Kugeln stammten wohl von ihm. Er hat sie gewiß auch gemocht. Jetzt waren sie für mich.
Fünf Kugeln.
Blank, schön, gleichmäßig, hart. Sie klangen gut.
Ich lernte dabei Physik und Vorgehensweisen und forschte, ohne es zu merken.
Immer wieder ließ ich sie in der Rille des Deckels eines Vorratsbehälters laufen, in beide Richtungen, unterschiedlich viele. Der Rest blieb liegen und wartete auf den Aufprall.
Die größte Überraschung war, daß eine Kugel, die ich los schickte auch nur eine von den vier anderen absprengte und daß diese sich mit der selben Geschwindigkeit davon machte.
Als ich drei von den fünf auf den Weg schickte, sie also nur auf zwei stoßen konnten, schossen drei davon.
Es war als sei das abgesprochen worden.
Ein schönes Spiel! Einfach, drastisch, unbestechlich.
Später erst bekam ich die Erklärung: Die Energie, die in etwas Bewegtem steckt, bleibt beim elastischen Stoß erhalten.
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